Wieviel Dreck liegt zwischen dir & deinem Gold?
- vor 2 Tagen
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Hallo SELF - LEADER,
Anke freut sich immer wie ein Kind, wenn auf DMAX die „Gold-Leutz“ kommen. So nennen wir sie zumindest bei uns. Offiziell heißt die Serie „Goldrausch in Alaska“ und die Fernsehteams begleiten verschiedene Goldgräber bei ihrer täglichen Arbeit. Einer davon fasziniert mich besonders: Parker Schnabel. Parker ist heute 32 Jahre jung und hat in der vergangenen Staffel mit seinem Team mehr als 10 TSD Unzen Gold aus der Erde geholt. 10 TSD Unzen. Das sind fast 38 Mio Euro.
Was mich neben dem Wert selbst sogar noch mehr fasziniert, ist das, was dafür bewegt werden muss. Und zwar Dreck. Ganz viel Dreck. Alles, was das Erdreich hergibt. Steine, Erde, Schlamm und Geröll. Riesige Bagger heben es aus dem Boden, gigantische LKWs fahren das Zeug von A nach B und Gold Waschanlagen sind im Dauereinsatz, um aus dem Dreck das Gold zu filtern. Und weißt du, was mir irgendwann aufgefallen ist? Die Goldgräber stehen morgens nicht auf und sagen: „Ach du Scheiße. Schau mal, wie viel Dreck da schon wieder liegt.“ Sie schauen immer auf das Gold.
Natürlich ist der Dreck real und durch positives Denken verschwindet der auch nicht. Nur die Männer und Frauen müssen den Dreck bewegen, damit sie an ihr Ziel kommen. Der Dreck hat für einen Goldgräber somit eine völlig andere Bedeutung. Für uns wäre es wahrscheinlich einfach ein riesiger Haufen nutzlose Erde. Und für Parker ist es das, was gerade noch zwischen ihm und seinem Gold liegt.
Frag dich mal folgendes: Wie viel Dreck liegt eigentlich gerade zwischen mir und meinem Gold? Denn im Alltag läuft doch oftmals vieles anders, als wir uns das wünschen. Ob in Beruf, Beziehung oder sonst irgendwo dazwischen. „So ein Dreck“ sagen wir sogar manchmal. Der Dreck ist also automatisch da. Die Frage ist nur: Worauf schaust du? Auf den riesigen Berg vor dir? Oder auf das Gold dahinter? Glaubst du, Parker würde jeden Morgen auf seine Mine fahren, den Motor seines Pick-ups abstellen, aussteigen und sagen: „Das ist mir zu viel Dreck.“ Dann würden wir seinen Namen wahrscheinlich heute nicht kennen.
Lass uns einen Zeitsprung machen. Parker war gerade mal fünf Jahre alt, als er schon auf der Big Nugget Mine seines Großvaters John unterwegs war. Er wuchs also mit dem Goldschürfen auf, lernte als Kind die Maschinen kennen und verbrachte viel Zeit an der Seite seines Großvaters, der ihm alles zeigte. Mit 16 Jahren bekam Parker dann die Verantwortung für die ganze Mine und eine Mannschaft aus erwachsenen Männern. Nun leitete der Junge auf einmal eine Goldmine.
Was denkst du, hat der fünfjährige Parker, der mit seinem Großvater durch dessen Mine lief, gesehen? Den vielen Dreck? Oder den Schlamm? Große Steine? Oder lernte er durch den Blick seines Großvaters etwas ganz anderes zu fokussieren? Nämlich das Gold. Da draussen ist Gold. Die Frage ist nicht ob es da ist, sondern nur wo es ist. Hinter jedem Stückchen Dreck kann es warten – das ganz große Nugget. Genau deshalb stehen die Gold Leutz jeden Tag auf.
Vielleicht ist genau das eine der Fähigkeiten, die wir auch für unser eigenes Leben brauchen. Schau, der Dreck gehört dazu. Irgendwas geht immer anders aus als geplant. Oder du wirst enttäuscht oder es passiert sonst etwas unerwartetes. Nur, welche Bedeutung gibst du dem Dreck in diesem Moment? Ist er der Beweis, alles hinzuschmeißen und aufzugeben? Oder ist er einfach das, was gerade noch zwischen dir und deinem Gold liegt?
Wenn darüber jemand ein Buch schreiben kann, dann ich. Glaub bitte nicht, dass es bei mir jeden Tag nur Gold Momente gibt. Umso wichtiger ist, dass ich mich ganz bewusst mit den Menschen umgebe, die mich an das Gold dahinter erinnern. In Masterminds. Bei Weiterbildungen. Oder in Gesprächen. Und jeden Montagabend bei unseren Karibik Rebellen. Für mich ist das wie eine positive Tankstelle. Nicht, weil wir uns gegenseitig erzählen, dass es keinen Dreck gibt. Sondern weil wir uns daran erinnern, warum wir überhaupt graben.
Was mich dabei besonders freut: Viele unserer Rebellen warten nicht darauf, dass ihr Leben irgendwann richtig schlecht läuft, bevor sie anfangen, etwas zu verändern. Sie möchten mehr Lebensfreude, Klarheit und mehr von den Dingen, die sich für sie nach Gold anfühlen. Und vielleicht ist das ein ziemlich schöner Standard für dein eigenes Leben: Immer das Gold im Blick zu behalten.
Noch eine Idee: Nimm besonders junge Menschen mit auf diese Reise. Es geht nicht darum den Kids zu versprechen, dass ihr Weg immer leicht sein wird. Jedoch, dass hinter einem Berg aus Dreck immer noch etwas liegt, für das es sich lohnt, weiterzugraben.
Ich wünsche dir eine goldene Woche. Viele Grüße aus Hamburg.
Behalte dein Strahlen.
Dein Norman
